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Buchtipps vom Alpenfuehrer
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Jon
Krakauer
In eisige Höhen
Was um alles
in der Welt bringt Menschen dazu, die eigene Gesundheit zu riskieren,
nur um einen Berg zu besteigen, dessen Gipfel in der Höhe liegt,
in dem normalerweise Passagierflugzeuge fliegen? Diese Frage ist
sicherlich schon so manchem durch den Kopf gegangen und ist ein
zentrales Thema des Buches von Krakauer. Die Katastrophe aus dem
Jahr 1996, als bei der Everest- Besteigung drei Expeditionsteams
in Lebensgefahr kamen und die berühmten Bergführer Rob Hall und
Scott Fischer sowie drei Expeditionsteilnehmer den Tod fanden und
weiter nur knapp dem Tod entrannen wird in dem Buch „In eisige Höhen"
auf spannende und faszinierende Weise rekapituliert. Das Buch ist
mitreissend geschrieben und fesselt den Leser mit jeder Seite mehr.
Aus dem Hochgefühl des Gipfelsieges entwickelt sich in kurzer Zeit
-bedingt durch einen Wetterumschwung, der alle Teilnehmer überraschte-
ein Wettlauf mit der Zeit in einer Lebensfeindlichen Umgebung. Die
Vorstellung, daß die Japanische Teilnehmerin nur etwa 15 Minuten
vom rettenden Hochlager entfernt starb zeigt, wie unnachgiebig auch
kleine Unwägbarkeiten in dieser Höhe in die Katastrophe führen.
Auf der anderen Seite hat man Schwierigkeiten auch nur ansatzweise
nachzuvollziehen, daß Rob Hall noch über 24 Stunden nach dem Hereinbrechen
des Unglücks via Satellitentelephon mit seiner Frau in Neuseeland
telefonieren konnte - von einem Punkt, der zu diesem Zeitpunkt für
eine Rettungsaktion unerreichbar war. Wie weit das Leiden am Berg
gehen kann, zeigt auch die Geschichte von Beck Weathers, der, nachdem
er schon von seinen Kameraden verloren gegeben wurde, über zwölf
stunden, nachdem er aufgegeben wurde mit schwersten erfrierungen
plötzlich im Lager vier auftauchte. So spannend und mitreißend das
Buch geschrieben ist, so einseitig ist es leider letztlich in der
Berichterstattung und in der Schuldzuweisung. Es ist mir unverständlich,
was Jon Krakauer dazu veranlasst, ausgerechnet Anatoli Boukreev
als Sündenbock anzuklagen. Dieser hat sich bei der Rettungsaktion
mit geradezu unmenschlicher Anstrengung hervorgetan und er war der
einzige, der überhaupt noch in dieser Höhe Übersicht bewahrte und
versuchte -nachdem er selbst gerade die kräftezehrenden Everestbesteigung
hinter sich hatte- eine Rettungsaktion zu organisieren. Von Boukreevs
Team haben letztlich alle Kunden überlebt, und selbst zu Scott Fischer
ist er noch aufgestiegen. Hier kam leider die Hilfe zu spät. Die
Expedition von Hall, der auch Krakauer angehörte, hat mehr opfer
zu beklagen, allerdings ist es allzu billig, hier die Schuld bei
Boukreev zu suchen... Wenn man mehr über die Rettungsaktion und
Boukreevs eigene Rolle erfahren möchte, so ist dessen Buch „Gipfel"
wärmstens zu empfehlen. Wenngleich stilistisch nicht so fesselnd
wie Krakauers Buch, erscheint es dem Leser doch näher an den Tatsachen
und überzeugt durch die sachliche Darlegung des Hergangs der Tragödie
vom Mai 1996. Dennoch ist Krakauers Buch unbedingt emfehlenswert
und sehr mitreißend zu lesen.
Hartmut@Kingeter.de
aus Bruchköbel, Deutschland , 9. April 2000

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Hans
Kammerlander
Bergsüchtig
Von seinem Naturell
ist Hans Kammerlander einer der Stillen seiner Zunft, hat der Sohn
eines südtiroler Bergbauern sich weniger durch große Worte, sondern
mehr durch sein unglaubliches Leistungsvermögen und seinen (Überlebens-)Instinkt
am Berg einen exzellenten Namen unter seinen Kollegen erworben.
Mit seinem zweiten Buch Bergsüchtig hat er sich sein eigenes Denkmal
geschaffen, das er mit den Jahren hoffentlich noch um viele Erfolge
erweitern kann. Er erzählt darin in 21 Kapiteln seine Lebensgeschichte
am Berg, angefangen von den ersten Touren im heimatlichen Tauferer
Ahrntal, bis zu seiner letzten Expedition zum Kangchenjunga, seinem
zwölften Achttausender. Tour um Tour hat er die heimatliche Enge
überwunden und die Berge der Welt erobert. Dabei sucht er immer
die besondere Herausforderung. Zuerst durchkletterte er die schwierigsten
Wände der Alpen, oft auf neuen Routen oder in Rekordzeit. An der
Seite von Reinhold Messner, mit dem er sieben Achttausender bezwang,
wurde er zu einem Höhenbergsteiger der Extraklasse. Ein Glanzpunkt
seiner Karriere ist sicherlich die Skiabfahrt vom Mount Everest.
Neben diesen Triumphen thematisiert Hans Kammerlander auch ausführlich
seine gescheiterten Expeditionen, der Verlust von Bergkameraden,
die Auswirkungen der Kommerzialisierung des Bergtourismus und seine
Philosophie von einem sauberen Alpinismus. Mit Bergsüchtig ist Hans
Kammerlander nun auch literarisch mit so großen Alpinisten dieses
Jahrhunderts wie Hermann Buhl (Kompromißlos nach oben), Friedl Mutschlechner
(Einer geht immer voraus), Kurt Diemberger (K2.Traum und Schicksal)
oder Reinhold Messner (Alle 14 Achttausender.Überlebt.) gleichgezogen
und läßt uns mit diesem rundum gelungenen Buch an seinen außergewöhnlichen
Erfahrungen teilhaben.

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Heinz Zak: Wetterstein
Wettersteingebirge und Mieminger Kette
Artur P. Schmidt
aus Stuttgart: 26. Mai 1999 Bildband der Extraklasse. Es gibt Bücher
bei denen Bedarf es eigentlich nicht vieler Worte. Der Bildband
von Heinz Zak zum Wetterstein und der Mieminger Kette ist eine Klasse
für sich. Wer selbst schon auf der Dreitorspitze und der Hohen Munde
stand, fühlt sich durch dieses Buch wehmütig an wunderbare Stunden
in einer grandiosen Berglandschaft erinnert. Der Wetterstein, dessen
höchster Gipfel die Zugspitze ist, bietet noch eine Vielzahl unentdeckter
Plätze, an die sich der Bergsteiger und der Bergwanderer begeben
kann. Die Texte sind gelungen und beschreiben eindrücklich die Natur
und seine Menschen. Dieses Buch ist deshalb ein Muß-Buch für alle
Bergfans.
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Helmut
Dumler und Willi P. Burkhardt:
Viertausender der Alpen
Nur wenige
Berge üben eine solche Faszination auf die Alpinisten aller Richtungen
aus wie die Viertausender der Alpen. Die Eisriesen jenseits der
magischen 4000-Meter-Marke - unter anderem so weltberühmte Gipfel
wie Montblanc, Matterhorn, Jungfrau, Monte Rosa, Weißhorn oder Grandes
Jorasses - sind Wunsch und Traumziel eines jeden ambitionierten
Bergsteigers. Und sie halten für jeden, der sich in Fels und Eis
zu bewegen versteht, einen Weg bereit: auf anspruchsvollen »Normal«-Wegen,
rassigen Gratanstiegen oder genußvollen Skirouten. Der österreichische
Alpinist Karl Blodig war der erste, der die Idee, alle Viertausender
zu besteigen, in die Tat umsetzte. Mit seinem Bergbuch-Klassiker
»Die Viertausender der Alpen« hat er Generationen von Bergsteigern
inspiriert. Blodigs immer wieder überarbeitetes Meisterwerk erlebte
mehrere Neuauflagen - seit 1968 mit Texten von Helmut Dumler und
seit der letzten Ausgabe ausgestattet mit den herrlichen, großformatigen
Bildern von Willi P. Burkhardt. Diese neue Auflage erscheint in
verändertem Format. Sie wurde mit interessanten Details und historischen
Anekdoten angereichert und mit über 150 Aktionsbildern lebhafter
gestaltet. Ergänzt werden die Bilder durch Anstiegsskizzen. Außerdem
liefert ein Info-Kasten alle wichtigen Angaben zu Talorten, Hütten,
Normalwegen und anderen Routen sowie Karten und Führern zu jedem
Berg. Das Buch präsentiert alle 61 Viertausender und bietet über
300 Möglichkeiten, sie aktiv kennenzulernen. Dank den eindrucksvollen
Gipfel- und Panoramaaufnahmen aus teilweise ungewöhnlicher Perspektive,
den informativen, alpingeschichtlich interessanten Texten sowie
detaillierten touristischen Angaben ist ein prachtvolles Bilder-
und Lesebuch entstanden, das sich gleichermaßen zur Lektüre, zur
Planung neuer Bergtouren oder zur Rückbesinnung auf vergangene Erlebnisse
eignet. Alles in allem: Ein unverzichtbares Werk für jeden Alpinisten!
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